Vers
Wie lange, o HERR, willst du mich ganz vergessen? Wie lange verbirgst du dein Angesicht vor mir? Wie lange soll ich Sorgen hegen in meiner Seele, Kummer in meinem Herzen tragen Tag für Tag? Wie lange soll mein Feind sich über mich erheben? Schau her und erhöre mich, o HERR, mein Gott; erleuchte meine Augen, daß ich nicht in den Todesschlaf versinke, daß mein Feind nicht sagen kann, er habe mich überwältigt, und meine Widersacher nicht frohlocken, weil ich wanke. Ich aber habe mein Vertrauen auf deine Gnade gesetzt. Mein Herz soll frohlocken in deinem Heil; ich will dem HERRN singen, daß er mir wohlgetan!
Psalm 13,2-6Schlachter 1951
Wo das stehtDavids Klage – viermal fragt er in zwei Versen „Wie lange noch?“.
Der Psalm zeigt den ganzen Weg: erst der Vorwurf „Herr, wie lange vergisst du mich“, dann, ohne dass sich etwas ändert, „ich hoffe aber darauf, dass du gnädig bist“. Zweifel und Vertrauen stehen im selben Gedicht, nur ein paar Zeilen auseinander. Beides darf da sein.
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